ASIO@“Balsberg“ mit Dr. Urs Brodbeck,Zürich

Dr. Brodbeck führte uns, wie immer kurzweilig und direkt vorgetragen, über das nun fertige Produkt „Galvosurge“ ein. Langjährige Forschungen und aufwändiges Tüfteln in Zusammenarbeit mit Spezialisten haben nun zu Entwicklung einer praxistauglichen Maschine geführt: „Ideal für Zahnärzte“ Vier Knöpfe – plus einen zum Einschalten – und eine Schlauchgarnitur . Das System erlaubt (am besten nach Demontage der Krone) eine komplette Dekontamination der Titanoberfläche mittels eines Stromflusses in einen Elektrolyten der um das Implantat fliesst.(elektrochemische Reinigung) . Dazu muss aufgeklappt werden, das Narbengewebe muss ausgeräumt werden, auch schützt die Freilegung das umgebende Weichgewebe und gibt der Spülflüssigkeit (NaCl) Raum zum Fliessen. Die Oberfläche wird keimfrei also ohne Biofilm. Der Knochen bleibt vital. Anschliessend folgt die eigentliche Schwierigkeit, nämlich eine lege artis durchgeführte GBR.

Die ersten Studien zeigen gar eine Reosseointegration auf („sterilsierten“) Zahnstein (Prof. D. Bosshardt, Bern). Wegen der neuen ethischen Richtlinien sind Vergleichsstudien schwierig zu publizieren, je nach zuständigem Editor der Fachjournale.

Je nach Zielvorstellung ist auch eine partielle Titanplastik denkbar. Zirkon kann nicht gereinigt werden. Der Lappen muss gut abgehalten werden, Metallhaken sollten nicht mit der Flüssigkeit in Kontakt kommen (Nekrosegefahr)

Lässt sich die Krone nicht entfernen ist eine Spülung auch machbar (off-label-use) Erfolgsquote wohl geringer.

Allgemeine Ausführungen zur Implantologie rundeten den Vortrag ab: Lagerung von Implantaten führt zu Alterung (Hydrophilie) Schon nach einem Monat ist eine Karbonisierung der Oberfläche nachweisbar. Das gelte v.a. für Implantate mit nicht aktivierter Oberfläche. (SLA) Der Referent empfiehlt Abutments vor dem Einsetzen in 70% Alkohol einzulegen.

Anschliessend folgte ein Referat über das N1 Implantat der Firma NobelBiocare – in dessen modernen Räumen der Anlass stattgefunden hat. Holger Zipprich (der mit den berühmten Belastungsversuchen unter Durchlicht…) sei der massgebliche Entwickler dieses Typs.

Ein Implantat:

  • mit Innenkonus 8 °
    (weniger Einpressen des Abutments in das Implantat als mit 6° ; d.h. 5x weniger pro 5Ncm Eindrehmoment)
  • mit ausgezeichneten Eindreh- und Verankerungseigenschaften
  • atraumatisches Bohren mit weniger Instrumenten. 50 U/min bis ca. 40Ncm
  • erste Bohrung muss stimmen, Implantat „sucht“ sich sonst fausse route
  • parallele Prothetik für verschraubte Brücken

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